Die SoLaWi Kirchenhof Klixbüll hat einen Samengarten mit alten Gemüsesorten

Es geht uns um einen Beitrag zur Erhaltung unserer Vielfalt auf dem Acker und auf dem Teller. Es handelt sich um Saatgut, welches in keinem Supermarkt, keinem Internet-Shop zu finden ist. Es ist Saatgut, das lange Jahre ans Nordseeklima gewöhnt ist, wettergegerbt sozusagen. Jahr für Jahr ausgesät, gepflegt, selektiert, aufbewahrt.

Es ist weiterhin wichtig
… das Wissen über seltenere Gemüsesorten zu verbreiten, weil es sonst verloren geht. Z.B. Schwarzwurzeln – durch Veränderung der Lebensgewohnheiten und der Automatisierung in der Landwirtschaft werden ungewohnte Zubereitungstechniken übersehen/als zu aufwändig empfunden.

… weil wir ans Klima angepasste Sorten brauchen, die nicht mit Gentechnik herzustellen sind. Wir wissen, dass Pflanzen ein Gedächtnis haben und durch ihren Genpool in der Lage zu weitgehenden Anpassungen fähig sind.

… weil konventionelles Saatgut meist unter klimatisch besseren Bedingungen angebaut wird und bei uns unter Stress gerät, worauf wiederum mit Chemie geantwortet wird.

… weil das gesammelte Saatgut in den Genbanken nur alle Jahrzehnte vermehrt wird – lebendige Erhaltung ist das kaum.

… weil die Saatgutproduktion zu 70% in den Händen weniger Großkonzerne liegt, die wiederum zumeist ihre Chemieprodukte in Kombination verkaufen wollen. Komplettpakete Saatgut mit passender Chemie.

In den letzten Jahrzehnten sind 75 % unserer Kultursorten verschwunden. Langenhorner Plattrunde, Bosbüller Graue, Achtruper Käntchen sind wohl klangvolle Namen, so ähnlich mag es vielleicht einmal regionale Nutzpflanzen in dieser Gegend gegeben haben, die längst verschwunden sind. Es ist nicht romantisch, sich um den Fortbestand der Sorten zu kümmern.

Das Saatgut gehört nicht mir, nicht uns.

Saatgut ist Kulturgut und muss weitergegeben werden an die junge Generation.

Das Team vom Vermehrungsgarten (Johanna, Sabine, Silvia)

www.solawikirchenhofklixbuell.de