Drohbrief gegen Propst: Nordkirche erstattet Anzeige

Ein anonymer Drohbrief gegen Propst Steffen Paar und seinen Ehemann hat für Schlagzeilen gesorgt. Die Nordkirche hat sich sofort sehr klar positioniert. Hier nun die offizielle Pressemitteilung unserer Landeskirche:

Der Propst der Propstei Nord des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Steffen Paar, hat einen anonymen Drohbrief aus dem rechtsextremen Spektrum erhalten. Die Nordkirche nimmt derartige Vorgänge sehr ernst und zeigt diese konsequent bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden an. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein Nora Steen positionieren sich gemeinsam klar gegen den Hetzbrief.

Zutiefst solidarisch mit allen, die sich mutig und friedlich gegen Hass und Hetze einsetzen

„Mit einem Drohbrief werden gegen einen Propst unserer Kirche und seinen Ehemann Hass und Hetze verbreitet.  Als Landesbischöfin sage ich klar und deutlich: Die Nordkirche steht fest an der Seite unseres Propstes Steffen Paar und seines Ehemannes. Ich danke Propst Steffen Paar von ganzem Herzen für seinen hoch engagierten Dienst, den er für unsere Kirche und die Menschen leistet und alle Begleitung und Beteiligung dabei durch seinen Ehemann. Beide haben unsere volle Solidarität und Unterstützung. Als Nordkirche sind wir auch weiterhin zutiefst solidarisch mit allen, die sich mutig und friedlich gegen Hass und Hetze einsetzen“, erklärt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

Lassen uns von Drohungen nicht entmutigen oder einschüchtern

„Von Drohungen lassen wir uns nicht entmutigen oder einschüchtern. Gemeinsam und eng verbunden treten wir weiterhin ein für die menschenliebende Botschaft des Evangeliums und für ein vielfältiges Zusammenleben in Nächstenliebe, gegenseitigem Respekt und Toleranz. Von den zuständigen Stellen des Landes Schleswig-Holstein erwarte ich, dass sie entschieden gegen jede Form persönlicher Bedrohung vorgehen und sich entschlossen gegen Gewalt und Extremismus stellen.

Dankbar bin ich allen in Politik und Zivilgesellschaft, die sich beharrlich für ein friedliches und mitmenschliches Zusammenleben stark machen. Lassen Sie uns weiterhin zusammenstehen und für eine Gesellschaft eintreten, in der Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit, Respekt und Toleranz die Grundlage unseres Zusammenlebens bilden“, erklärt die Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche.

Nordkirche steht fest an der Seite des Propstes und all derer, die in Sorge und Angst leben

Die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein, Nora Steen, betont: „Die offene Drohung an den Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf und seinen Mann zeigt, wie umfassend Hass und wie greifbar gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft wirken. Mich macht es betroffen, wenn Kollegen und Kolleginnen sich nicht sicher fühlen können. Hier stellen wir uns als Nordkirche fest an die Seite unseres Propstes und all derer, die in Sorge und Angst leben.

Kein Mensch darf aufgrund seines Lebenskonzeptes bedroht, angefeindet und ausgegrenzt werden.

Als Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein möchte ich an dieser Stelle die enge und gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien und Verbänden im Bundesland Schleswig-Holstein betonen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Mit ihnen gemeinsam stehen wir geschlossen gegen jede Form von Extremismus und Menschenfeindlichkeit ein.“

Die offizielle Stellungnahme von Propst Steffen Paar finden Sie >>hier<<. 

Neues von den Braderuper Luchsen

Der Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder ist ein Zusammenschluss von 120 Kirchengemeinden der Nordkirche mit über 6.500 engagierten Kindern und Jugendlichen.

Auch der Pfadfinder-Stamm unserer Kirchengemeinde, die „Braderuper Luchse“, gehört zum Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder.

Die Gruppenstunde findet jeden Freitag ab 16.30 Uhr statt – dann treffen sich bis 18 Uhr die „Kleinen“ ab 8 Jahren. Die „Großen“ schließen sich um 18 Uhr an.

Du hast Lust, Pfadfinder zu werden?

Dann wende dich gerne an Britta Hansen unter 0152 36 88 85 02.

Nordfriesland ist bunt und bleibt bunt.

Propst Mathias Lenz sprach am 8. Februar auf der Demonstration für Demokratie und Vielfalt in Leck, hier seine Rede im Wortlaut:

„Liebe Leute, Nordfriesland ist bunt und bleibt bunt. Deutschland ist bunt und bleibt bunt. Und Blaumachen ist keine Alternative für Deutschland! Es ist gut und es ist wichtig, dass so viele von Euch heute hier sind. Und so viele an vielen anderen Orten bei uns in Schleswig-Holstein und in der gesamten Republik.

Es ist gut und wichtig, weil wir ein Zeichen setzen gegen diejenigen, die uns weismachen wollen, eine Mehrheit in diesem Land wolle eine Politik der Ausgrenzung, der Vorurteile und der Hassparolen. Eine solche Politik der Ausgrenzung steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes.

Nur zur Erinnerung: Der erste Artikel des Grundgesetzes lautet:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Die Würde jedes Menschen! Nicht nur der deutschen Menschen, sondern jedes Menschen, ob er aus Syrien kommt oder Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan oder aus Somalia. Und ich will auch daran erinnern, warum dies der erste Artikel unseres Grundgesetzes ist. Weil wir in der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erlebt haben, was passiert, wenn völkisches Denken und Demokratieverachtung an die Macht kommen. Was passiert, wenn rechtsextremistisches Gedankengut die Politik bestimmt. Und die nationalsozialistische Ideologie war eine rechts-extremistische Ideologie – da kann eine Frau Weidel so viel Unsinn reden, wie sie will.

Wenn die Würde eines jedes Mensch in einer Gesellschaft, in einem Staat in Frage gestellt oder eingeschränkt wird, dann endet das in einer Katastrophe. Und noch etwas dürfen wir nicht vergessen: Die Not und Verzweiflung der Menschen, die als Geflüchtete in unser Land kommen und in unserem Land leben. Denjenigen, die jetzt die Grenzen dicht machen wollen, sage ich: Denkt doch an die Bilder der Trümmerlandschaften in den Städten Syriens! Denkt an die hungernden Kinder in den Bürgerkriegsgebieten im Sudan und den Dürregebieten Somalias! Denkt an die Unterdrückung von Frauen und Mädchen in Afghanistan!

Die meisten Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, waren in ihren Herkunftsländern an Leib und Leben bedroht und suchen Schutz für sich und ihre Familien. Es ist schäbig, daraus ein Bedrohungsszenario für die Sicherheit in Deutschland zu machen. Und ja, es gibt große Herausforderungen, die im Zusammenhang mit Geflüchteten in unserem Land stehen. Und es gibt schreckliche Ereignisse, die Einzelne, die zu uns gekommen sind, zu verantworten haben. Die Trauer und der Schmerz derer, die davon betroffen sind, gehen mir ans Herz und machen mich wütend. Aber daraus Vorurteile zu machen und alle Geflüchteten unter Generalverdacht zu stellen, ist verantwortungslos.

Wir brauchen eine kluge Migrationspolik und keine Migrationspolemik.

Und zum Schluss: Als Christ und als Propst des Kirchenkreises Nordfriesland sage ich: Rassismus, Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit sind mit unserem christlichen Glauben und mit unseren christlichen Werten nicht vereinbar. Dieser Haltung wollen hier in Nordfriesland gerade jetzt Stimme und Gesicht geben. Der Gott der biblischen Tradition, der uns auch mit Juden und Muslimen verbindet, hat ein besonderes Auge auf alle Menschen, die bedroht und auf der Flucht sind. An dieser Parteilichkeit Gottes kommen wir als Christinnen und Christen nicht vorbei.

Nordfriesland ist bunt und bleibt bunt. Deutschland ist bunt und bleibt bunt.

Blaumachen ist keine Alternative! Und das ist gut so.

Vielen Dank.“

Quelle: www.kirche-nf.de

Foto: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll

Nordfriesland bleibt bunt!

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll unterstützt die Aktion „Nordfriesland ist bunt“.

Die Initiative „Nordfriesland ist bunt“ steht für eine offene, bunte und demokratische Gesellschaft ohne Hass und Menschenfeindlichkeit. Sie agiert unabhängig, parteilos und privat.

Wir freuen uns über alle Menschen, die mit uns am 08. Februar 2025 in Leck für diese Grundrechte und Werte friedlich demonstrieren wollen.

Treffpunkt ist um 14 Uhr am Rathaus Leck (Viehmarktplatz). Unser neuer Propst Mathias Lenz gehört zu den Rednern.

Ein neuer Propst für Nordfriesland (Nord)

Liebe Geschwister im Glauben,

am ersten Januar werde ich mein Amt als Propst des Kirchenkreises Nordfriesland in der nördlichen Propstei antreten. Ich freue mich sehr auf die Gemeinschaft in Jesu Namen mit Ihnen und Euch.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, die für unsere Kirche aktiv oder an unserer Kirche interessiert sind. Und ich freue mich auf unseren gemeinsamen Dienst an der Verkündigung von Gottes Menschenliebe.

Ich bin 60 Jahre alt und seit 24 Jahren mit Rebecca Lenz, die Pröpstin in unserem Nachbarkirchenkreis Schleswig-Flensburg ist, glücklich verheiratet.

Gemeinsam sind wir dankbar für fünf (Stief)Kinder und zwei Enkelkinder. Ich bin in Kronshagen, einem Vorort von Kiel, aufgewachsen und habe in der dortigen Christusgemeinde meine ersten Schritte im Glauben gemacht. Ich komme aus einer Familie, die keine besondere christliche Prägung hatte.

Als meine Mutter merkte, dass ich als Jugendlicher zum Gottesdienst ging und in der Bibel las, hat sie sich erstmal bei Bekannten erkundigt, ob sie mit mir wohl mal eine Beratungsstelle aufsuchen sollte. Für mich dagegen war (und ist!) die Begegnung mit Gott das Beste, was mir passieren konnte.

Weil Gottes Güte das Selbstbewusstsein stärkt, die Vernunft belebt, gut für die Gesundheit ist und überhaupt liebes- und lebensfähig macht.

Ich habe in Kiel und Heidelberg Theologie studiert, war in Hamburg-Langenhorn Vikar und habe dann 15 Jahre als Pastor gearbeitet – zunächst ein Jahr zuständig für Religionsunterricht an zwei Kieler Gymnasien und dann als Gemeindepastor in den Kieler Stadtteilen Russee-Hasseldieksdamm und Hammer.

Das waren unvergessliche Jahre.

Ich denke an Gottesdienste, in denen eine dichte geistliche Atmosphäre entstanden ist, und ich wusste kaum, wie. Ich denke an Konfirmanden-Unterricht mit Fußballeinlagen, bei denen ich mir die Schulter kaputtgemacht habe. Bewegende Trauerfeiern stehen mir vor Augen, die eine tragfähige und tröstende Grundlage für den Abschied von einem geliebten Menschen geschaffen haben.

Da sind Taufen am Strand, Einschulungsgottesdienste mit einem wunderbaren Gewusel von aufgeregten Kindern, bunten Schultüten und gerührten Eltern, Gemeindefeste, bei denen von der Cafeteria bis zum Schminkstand alles von engagierten Ehrenamtlichen getragen wurde … und … und … und.

Mir ist in diesen Jahren unsere Kirche ans Herz gewachsen. Aber ich habe auch gespürt, dass es Entwicklungen gab und gibt, die zu gravierenden Veränderungen führen. Um besser zu verstehen, was da läuft, habe ich angefangen, auf der landeskirchlichen Ebene zu arbeiten – zuerst als Referent der Kirchenleitung, dann als Leiter des theologischen Dezernats und des Personaldezernats.

Ich habe dabei viel gelernt und auch hier viele tolle und engagierte Menschen kennengelernt. Und mein Ziel war es, Entscheidungen zu treffen oder auf den Weg zu bringen, die dem kirchlichen Leben in den Gemeinden und Einrichtungen dienen und dem Evangelium möglichst nicht im Weg stehen. Bei alledem bin ich im Herzen Pastor geblieben.

Deshalb ist das Amt als Propst für mich so erfüllend.

Da kommen meine beiden Leidenschaften zusammen – die Leidenschaft für den Dienst der Verkündigung und die Leidenschaft für Leitung und Gestaltung unserer Kirche. Dabei bin ich auf Ihre und Eure Mitarbeit und Begleitung angewiesen.

Ich möchte so schnell wie möglich den Kirchenkreis mit seinen Gemeinden, den Einrichtungen und der Verwaltung kennenlernen. Vor allem möchte ich ins Gespräch mit Ihnen und Euch kommen.

Mir sind Ihre und Eure Geschichten, Fragen und Anregungen wichtig – und auch Kritik.

Weil wir nur gemeinsam dem Gott auf der Spur bleiben, der in Jesus Hand und Fuß bekommen hat. Dem Gott, der in einem meiner Lieblingswitze treffend beschrieben wird:

„Immer wieder schleichen sich die Nachbarskinder in den Pfarrgarten und klauen die Kirschen. Schließlich wird es dem Pastor zu bunt und er befestigt ein Schild am Baumstamm. „Gott sieht alles!“

Am Morgen steht in Kinderkrakelschrift darunter zu lesen: „Stimmt! – aber er verpetzt uns nicht!“

So ist „der Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16, 13) – GOTT SEI DANK.

Viele Grüße und bleiben Sie behütet.

Mathias Lenz

Zur Verabschiedung von Pröpstin Annegret Wegner-Braun (15.12.2024) und zur Einführung von Propst Mathias Lenz (12.01.2024) finden Sie weitere Informationen bei unseren Gottesdiensten

„So wie du bist… angesehen“ – Unser Jahresthema 2025

Die Anforderungen an ein Jahresthema sind groß:

Es soll Stimmungen sowie Entwicklungen erkennen und aufnehmen und den Kirchenkreis und seine kirchlichen Einrichtungen im Umgang damit inspirieren. Deshalb treffen sich jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen mehrere Monate im Voraus und diskutieren, schlagen vor, verwerfen und diskutieren weiter.

So war es auch in diesem Jahr. Bis sich ein Satz „herausschält“. Diesmal war es:

„So wie du bist … angesehen“, unser Jahresthema 2025.

„In einer Zeit, in der schnell generalisiert, schnell alles über einen Kamm geschert wird, ist es wichtig, genau hinzusehen. Um zum Beispiel Vorurteile abzubauen, muss ich den Einzelnen und seine Geschichte ansehen, erst dann erkenne ich den ganzen Menschen“, fasst Pastorin Inke Thomsen-Krüger als Mitglied der Arbeitsgruppe die Diskussionen zusammen.

Die Kirche habe aufgrund ihres Menschenbildes die besondere Funktion, Menschen anzusehen und ins Blickfeld zu rücken. Dabei seien sie als Gottes Geschöpfe per se angesehen, also geachtet und geliebt.

„Dass auch diejenigen geliebt sind, deren Ansichten uns nicht gefallen, sorgt für Spannungen. Wie man ihnen begegnen kann, wird eine wichtige Aufgabe bleiben“, so Inke Thomsen-Krüger weiter.

Die Arbeitsgemeinschaft Jahresthema erkennt in der Weite des Themas eine Vielfalt an Möglichkeiten, das Menschsein in den Focus zu rücken. In den jeweiligen kirchlichen Arbeitsfeldern können unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet werden, zum Beispiel Alter, Krankheiten, Beeinträchtigungen und Fluchterfahrungen.

Zum Beginn des neuen Kirchenjahres wird der Kirchenkreis ein Paket mit Anregungen und Texten schnüren und zur Verfügung stellen.

Eine Aktion steht schon fest: Der „Gesprächsrahmen“. Eine Installation aus Bilderrahmen, die wie eine Hütte aufgebaut Menschen Platz bietet, um sich anzusehen und miteinander zu reden. In einem angemessenen Rahmen nach festen Regeln. Ziel ist es, den „Gesprächsrahmen“ 2025 durch den Kirchenkreis wandern zu lassen.

Ja, wo sind denn alle hin?

Früher haben Menschen gefragt, ob Gott wirklich da ist oder nicht. Ob das nun im Gottesdienst war, beim Abendmahl oder auch, wenn gebetet wurde.

Sieht Gott mich? Hört Gott mich?

Das war bei der Flüchtigkeit von Gotteserfahrungen nicht leicht zu beantworten. Und ist es ja heute auch nicht.

Anders war es früher mit den Menschen. Ob Menschen da sind oder nicht, war schnell geklärt: man schaute sich um, war keiner da, war eben keiner da – peng, aus. Und wenn man etwas von jemandem wollte, ging man hin. Wenn jemand da war, dann war der auch da. Wie sollte das anders sein?

Heute jedoch weiß man das nicht mehr so genau. Der Mensch ist ein flüchtiges Wesen geworden. Kein Flüchtling, nein, nein: aber flüchtig im eigenen Land.

Man ruft an, niemand nimmt ab. Man klingelt an der Haustür, niemand macht auf – selbst wenn jemand zuhause ist, heißt das noch lange nicht, dass man auch zur Tür geht, wenn es klingelt.

Und wenn man einen Termin machen will, kann das schwierig werden: man sei unterwegs, Urlaub mit dem Wohnmobil, auf Kur, Reha oder sonst wo. Nein, da habe man schon Termine.

Und wenn man dann etwas abgemacht hat, dann wird kurz vorher umdisponiert, das Treffen verschoben oder abgesagt. Oder noch besser: Termine werden nicht eingehalten, abgesagt wird aber auch nicht.

Manchmal gibt es nicht mal mehr Termine – wir kommen irgendwann am Montag. Ja geht’s noch – soll ich den ganzen Tag warten, dass der Öllieferant endlich kommt? Und um 17.30 Uhr wird mir per WhatsApp mitgeteilt wird – wir schaffen es erst morgen!

Alle sind viel unterwegs – kaum fassbar, wie viele Menschen nicht zu fassen sind.

Früher fragte man vielleicht: wo ist Gott denn. Heute ist vielmehr ist die Frage: Wo sind die Menschen denn alle hin? Wenn ich dieses Thema im Bekanntenkreis anspreche, bricht es aus den Leuten schier heraus.

Ein Beispiel nach dem anderen: man kriegt nie jemanden mal zu fassen, um etwas verlässlich abzumachen. Man trifft bei Rückfragen oder Kritik nie auf die, die etwas entscheiden – immer nur irgendwelche menschlichen Puffer – wenn man Glück hat und da nicht ohnehin nur ein Computer antwortet.

Wo sind die Menschen denn alle hin, mit denen man von Angesicht zu Angesicht etwas regeln konnte?

Aber was soll das Gemaule in der Weihnachtsausgabe des Gemeindebriefes?
Wenn ich mir überlege, wie flüchtig doch viele Menschen inzwischen sind, dann kommt mir Gott heutzutage vergleichsweise sehr beständig vor. Gott ist vielleicht inzwischen fassbarer da als die Menschen, zu denen er kommen will.

Wir warten im Advent ja nicht nur darauf, dass Gott in die Welt kommt. Das passierte ja schon vor 2000 Jahren. Aber Weihnachten ist ja mehr als nur eine Erinnerung an ein historisches Ereignis in einem weit entfernten Land vor weit entfernter Zeit.

Wir hoffen ja vielmehr, dass Gottes heilender Geist jetzt zu uns kommt, zu mir, in mein Leben – hier und jetzt. Hier und jetzt hinein in meine Traurigkeit über diese Welt, in meine Sehnsucht nach Frieden und Zuversicht, in meine glücklichen Momente

Und dann auch wirklich da ist, wirksam, mich aufbaut und tröstet, mich neu ausrichtet, aufrichtet, mich stärkt und froh macht. Und ich nicht in irgendeiner öden Warteschleife des Lebens stecke, die mich auf morgen vertröstet.

Probieren Sie es aus: Gottes Geist ist wirklich da – wenn wir hingehen, wo von Gott die Rede ist und er zur Sprache kommt. Denn nicht wir rufen Gott, sondern Gott ruft immer wieder uns und fragt (vielleicht so verzweifelt wie mancher von uns in der Warteschleife):

Mensch, wo bist Du? Was machst Du denn? Warum hörst Du denn nicht?

In dieser dunklen Jahreszeit will Gott uns besonders nahe sein – und das merken wir auch. Nutzen wir diese Zeit! Advent und Weihnachten kann uns daran erinnern, ranzugehen, hinzugehen, wenn Gottes Geist uns berühren will.

Sucht die Orte, an denen das geschieht. Nutzt die Zeit und die Orte, um neue Kraft und neue Zuversicht zu schöpfen, die Gott uns geben will.

Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Ihr Pastor Dr. Lars Emersleben

Neues von den Braderuper Luchsen – Unsere Aktionen im Spätsommer

Neue Bänke an unserer Feuerstelle

In der ersten Gruppenstunde nach den Sommerferien haben wir unsere Feuer-stelle am Pastorat verschönert. Firma Carstensen aus Braderup stellte uns fünf Baumstämme zur Verfügung, die mit Hilfe einiger Eltern unsere neuen Sitzbänke wurden.

Bei der Gelegenheit haben wir auch das Feuerloch gereinigt und instand gesetzt. Zum Abschluss gab es dann noch Grillwurst für alle.

In der folgenden Woche haben wir die neue Feuerstelle mit Marshmallows am Lagerfeuer eingeweiht.

Auch Feuerstarter haben wir gebastelt: dafür wurden die inneren Pappröhren
aus Klopapierrollen mit Hobelspänen gefüllt und im Anschluss mit den Sippen mit flüssigem Wachs übergossen.

Ferner haben unsere Wölflinge die im Zeltlager benötigten Knoten erlernt. In einem Wettbewerb konnten alle dann noch ihr Können beweisen. Mit den Sippen haben wir die Knotenkunde noch vertieft.

Kreatives Malen stand in der nächsten Gruppenstunde auf dem Programm und in der Woche danach gab es einen Kochwettbewerb der Sippen. Auf dem Trangia-Kocher wurden eigene Rezepte umgesetzt und die Jury hatte es anschließend sehr schwer, die Kreationen zu bewerten. Es gab auch keinen Sieger, beide Gruppen haben tolle Dinge gezaubert.

Ralph Chauvistré

Advents– und Weihnachtszeit 2024

Die „Winterkirche“ findet wie inzwischen üblich im Gemeindesaal in Braderup statt. Gottestdienste feiern wir dort am 1. und 3. Advent jeweils um 11.00 Uhr.

Am 2. und 4. Advent müssen die Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde aufgrund der Vakanz entfallen – bitte besuche die angebotenen Gottesdienste in den Nachbargemeinden.

Am 21. Dezember 2024 findet um 18.00 Uhr ein Weihnachtskonzert mit Sandra Willersen in der Kirche zu Klixbüll statt.

Heiligabend wird es einen Familiengottesdienst am Nachmittag und eine Christmette geben.

Wann und wo, wird noch festgelegt und euch hier mitgeteilt!

Totensonntag 2024 (24.11.2024)

Am diesjährigen Totensonntag wird wie gewohnt in beiden Kirchen jeweils ein Gottesdienst gefeiert.

So kann an diesem kirchlichen Feiertag jede/r Trauernde in die Kirche, von der aus auch die Bestattung stattgefunden hat, kommen, um eine Kerze im Gedenken an den/ die Verstorbenen anzuzünden.