„So wie du bist… angesehen“ – Unser Jahresthema 2025

Die Anforderungen an ein Jahresthema sind groß:

Es soll Stimmungen sowie Entwicklungen erkennen und aufnehmen und den Kirchenkreis und seine kirchlichen Einrichtungen im Umgang damit inspirieren. Deshalb treffen sich jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen mehrere Monate im Voraus und diskutieren, schlagen vor, verwerfen und diskutieren weiter.

So war es auch in diesem Jahr. Bis sich ein Satz „herausschält“. Diesmal war es:

„So wie du bist … angesehen“, unser Jahresthema 2025.

„In einer Zeit, in der schnell generalisiert, schnell alles über einen Kamm geschert wird, ist es wichtig, genau hinzusehen. Um zum Beispiel Vorurteile abzubauen, muss ich den Einzelnen und seine Geschichte ansehen, erst dann erkenne ich den ganzen Menschen“, fasst Pastorin Inke Thomsen-Krüger als Mitglied der Arbeitsgruppe die Diskussionen zusammen.

Die Kirche habe aufgrund ihres Menschenbildes die besondere Funktion, Menschen anzusehen und ins Blickfeld zu rücken. Dabei seien sie als Gottes Geschöpfe per se angesehen, also geachtet und geliebt.

„Dass auch diejenigen geliebt sind, deren Ansichten uns nicht gefallen, sorgt für Spannungen. Wie man ihnen begegnen kann, wird eine wichtige Aufgabe bleiben“, so Inke Thomsen-Krüger weiter.

Die Arbeitsgemeinschaft Jahresthema erkennt in der Weite des Themas eine Vielfalt an Möglichkeiten, das Menschsein in den Focus zu rücken. In den jeweiligen kirchlichen Arbeitsfeldern können unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet werden, zum Beispiel Alter, Krankheiten, Beeinträchtigungen und Fluchterfahrungen.

Zum Beginn des neuen Kirchenjahres wird der Kirchenkreis ein Paket mit Anregungen und Texten schnüren und zur Verfügung stellen.

Eine Aktion steht schon fest: Der „Gesprächsrahmen“. Eine Installation aus Bilderrahmen, die wie eine Hütte aufgebaut Menschen Platz bietet, um sich anzusehen und miteinander zu reden. In einem angemessenen Rahmen nach festen Regeln. Ziel ist es, den „Gesprächsrahmen“ 2025 durch den Kirchenkreis wandern zu lassen.

Ja, wo sind denn alle hin?

Früher haben Menschen gefragt, ob Gott wirklich da ist oder nicht. Ob das nun im Gottesdienst war, beim Abendmahl oder auch, wenn gebetet wurde.

Sieht Gott mich? Hört Gott mich?

Das war bei der Flüchtigkeit von Gotteserfahrungen nicht leicht zu beantworten. Und ist es ja heute auch nicht.

Anders war es früher mit den Menschen. Ob Menschen da sind oder nicht, war schnell geklärt: man schaute sich um, war keiner da, war eben keiner da – peng, aus. Und wenn man etwas von jemandem wollte, ging man hin. Wenn jemand da war, dann war der auch da. Wie sollte das anders sein?

Heute jedoch weiß man das nicht mehr so genau. Der Mensch ist ein flüchtiges Wesen geworden. Kein Flüchtling, nein, nein: aber flüchtig im eigenen Land.

Man ruft an, niemand nimmt ab. Man klingelt an der Haustür, niemand macht auf – selbst wenn jemand zuhause ist, heißt das noch lange nicht, dass man auch zur Tür geht, wenn es klingelt.

Und wenn man einen Termin machen will, kann das schwierig werden: man sei unterwegs, Urlaub mit dem Wohnmobil, auf Kur, Reha oder sonst wo. Nein, da habe man schon Termine.

Und wenn man dann etwas abgemacht hat, dann wird kurz vorher umdisponiert, das Treffen verschoben oder abgesagt. Oder noch besser: Termine werden nicht eingehalten, abgesagt wird aber auch nicht.

Manchmal gibt es nicht mal mehr Termine – wir kommen irgendwann am Montag. Ja geht’s noch – soll ich den ganzen Tag warten, dass der Öllieferant endlich kommt? Und um 17.30 Uhr wird mir per WhatsApp mitgeteilt wird – wir schaffen es erst morgen!

Alle sind viel unterwegs – kaum fassbar, wie viele Menschen nicht zu fassen sind.

Früher fragte man vielleicht: wo ist Gott denn. Heute ist vielmehr ist die Frage: Wo sind die Menschen denn alle hin? Wenn ich dieses Thema im Bekanntenkreis anspreche, bricht es aus den Leuten schier heraus.

Ein Beispiel nach dem anderen: man kriegt nie jemanden mal zu fassen, um etwas verlässlich abzumachen. Man trifft bei Rückfragen oder Kritik nie auf die, die etwas entscheiden – immer nur irgendwelche menschlichen Puffer – wenn man Glück hat und da nicht ohnehin nur ein Computer antwortet.

Wo sind die Menschen denn alle hin, mit denen man von Angesicht zu Angesicht etwas regeln konnte?

Aber was soll das Gemaule in der Weihnachtsausgabe des Gemeindebriefes?
Wenn ich mir überlege, wie flüchtig doch viele Menschen inzwischen sind, dann kommt mir Gott heutzutage vergleichsweise sehr beständig vor. Gott ist vielleicht inzwischen fassbarer da als die Menschen, zu denen er kommen will.

Wir warten im Advent ja nicht nur darauf, dass Gott in die Welt kommt. Das passierte ja schon vor 2000 Jahren. Aber Weihnachten ist ja mehr als nur eine Erinnerung an ein historisches Ereignis in einem weit entfernten Land vor weit entfernter Zeit.

Wir hoffen ja vielmehr, dass Gottes heilender Geist jetzt zu uns kommt, zu mir, in mein Leben – hier und jetzt. Hier und jetzt hinein in meine Traurigkeit über diese Welt, in meine Sehnsucht nach Frieden und Zuversicht, in meine glücklichen Momente

Und dann auch wirklich da ist, wirksam, mich aufbaut und tröstet, mich neu ausrichtet, aufrichtet, mich stärkt und froh macht. Und ich nicht in irgendeiner öden Warteschleife des Lebens stecke, die mich auf morgen vertröstet.

Probieren Sie es aus: Gottes Geist ist wirklich da – wenn wir hingehen, wo von Gott die Rede ist und er zur Sprache kommt. Denn nicht wir rufen Gott, sondern Gott ruft immer wieder uns und fragt (vielleicht so verzweifelt wie mancher von uns in der Warteschleife):

Mensch, wo bist Du? Was machst Du denn? Warum hörst Du denn nicht?

In dieser dunklen Jahreszeit will Gott uns besonders nahe sein – und das merken wir auch. Nutzen wir diese Zeit! Advent und Weihnachten kann uns daran erinnern, ranzugehen, hinzugehen, wenn Gottes Geist uns berühren will.

Sucht die Orte, an denen das geschieht. Nutzt die Zeit und die Orte, um neue Kraft und neue Zuversicht zu schöpfen, die Gott uns geben will.

Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Ihr Pastor Dr. Lars Emersleben

Neues von den Braderuper Luchsen – Unsere Aktionen im Spätsommer

Neue Bänke an unserer Feuerstelle

In der ersten Gruppenstunde nach den Sommerferien haben wir unsere Feuer-stelle am Pastorat verschönert. Firma Carstensen aus Braderup stellte uns fünf Baumstämme zur Verfügung, die mit Hilfe einiger Eltern unsere neuen Sitzbänke wurden.

Bei der Gelegenheit haben wir auch das Feuerloch gereinigt und instand gesetzt. Zum Abschluss gab es dann noch Grillwurst für alle.

In der folgenden Woche haben wir die neue Feuerstelle mit Marshmallows am Lagerfeuer eingeweiht.

Auch Feuerstarter haben wir gebastelt: dafür wurden die inneren Pappröhren
aus Klopapierrollen mit Hobelspänen gefüllt und im Anschluss mit den Sippen mit flüssigem Wachs übergossen.

Ferner haben unsere Wölflinge die im Zeltlager benötigten Knoten erlernt. In einem Wettbewerb konnten alle dann noch ihr Können beweisen. Mit den Sippen haben wir die Knotenkunde noch vertieft.

Kreatives Malen stand in der nächsten Gruppenstunde auf dem Programm und in der Woche danach gab es einen Kochwettbewerb der Sippen. Auf dem Trangia-Kocher wurden eigene Rezepte umgesetzt und die Jury hatte es anschließend sehr schwer, die Kreationen zu bewerten. Es gab auch keinen Sieger, beide Gruppen haben tolle Dinge gezaubert.

Ralph Chauvistré

Advents– und Weihnachtszeit 2024

Die „Winterkirche“ findet wie inzwischen üblich im Gemeindesaal in Braderup statt. Gottestdienste feiern wir dort am 1. und 3. Advent jeweils um 11.00 Uhr.

Am 2. und 4. Advent müssen die Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde aufgrund der Vakanz entfallen – bitte besuche die angebotenen Gottesdienste in den Nachbargemeinden.

Am 21. Dezember 2024 findet um 18.00 Uhr ein Weihnachtskonzert mit Sandra Willersen in der Kirche zu Klixbüll statt.

Heiligabend wird es einen Familiengottesdienst am Nachmittag und eine Christmette geben.

Wann und wo, wird noch festgelegt und euch hier mitgeteilt!

Totensonntag 2024 (24.11.2024)

Am diesjährigen Totensonntag wird wie gewohnt in beiden Kirchen jeweils ein Gottesdienst gefeiert.

So kann an diesem kirchlichen Feiertag jede/r Trauernde in die Kirche, von der aus auch die Bestattung stattgefunden hat, kommen, um eine Kerze im Gedenken an den/ die Verstorbenen anzuzünden.

Zukunftshoffnung II

Große Veränderungen stehen innerhalb unserer Kirchengemeinde ins Haus:

Pastorats-Neubau

Durch das Belassen der Pfarrstelle bei einem Umfang von 100% besteht weiterhin die Pflicht der Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll, für die Erfüllung der Residenzpflicht einer Pastorin/eines Pastors, ein Pastorat vorzuhalten. Das Wohnumfeld ist natürlich sehr wichtig für eine Pastorin/ einen Pastor.

Deshalb hat der Kirchengemeinderat entschieden, ein neues, modernes Pastorat in attraktiver Umgebung für den/die Bewohner mit gleichzeitig prominenter Lage als Pastorat zu bauen.

Ein hierfür passendes Grundstück konnte in Klixbüll im Umfeld von Kindergarten, Grundschule und Schwimmbad gefunden werden. Der Ankauf des 689 m² großen Grundstücks von der Gemeinde Klixbüll wird demnächst notariell besiegelt werden.

Volkstrauertag 2024 (17.11.2024)

Der Volkstrauertag ist ein politischer, also nicht kirchlicher Feiertag. Bisher fanden in den beiden Kirchen in Braderup und Klixbüll zu verschiedenen Zeiten zwei Gottesdienste mit anschließender Kranzniederlegung statt. Dies kann in diesem Jahr aufgrund der Vakanzsituation so nicht stattfinden, weil nur ein Gottesdienst an diesem Tage angeboten werden kann.

Der Ort wird nach derzeitigem Stand der Gemeindesaal in Braderup sein, da aus Kostengründen zu diesem Zeitpunkt wieder die „Winterkirche“ eingerichtet sein wird.

Ob und wie die Kommunen diesen Gottesdienst für ihre jeweiligen Planungen zu den verschiedenen Veranstaltungen am Volkstrauertag nutzen, bleibt natürlich den kommunalen Organisatoren vorbehalten.

Ein Blick in die Glaskugel

Ende Juni 2024 erschien im Nordfriesland Tageblatt ein Artikel mit der Überschrift „Das Christentum verschwindet aus dem kulturellen Gedächtnis“.

Darin spricht der Religionsforscher Jan Loffeld, Professor für Theologie in Utrecht, über Gründe für Austritte aus der katholischen Kirche. Er gibt aber gleichzeitig auch Ratschläge für das zukünftige Agieren von Kirche. Und die dürften auch für uns als ev.-lutherische Kirchengemeinde vor Ort relevant sein.

„Was kann Kirche als Reaktion auf ihr Schrumpfen tun?“

„Kirche muss vor allem gewisse liebgewordene Dinge nicht mehr tun und sich von unrealistischen Ideen verabschieden: von der Idee, alle Menschen zu erreichen; von der Idee, alle brauchen Religion und religiöse Gemeinschaft.

Die Kirche muss sich konstruktiv in den Entwicklungen unserer Zeit einbringen, statt in die Depression zu verfallen.

Und: Die Kirchen müssen weiterhin in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen, etwa durch Wohlfahrtsorganisationen, solange sie dazu noch die notwendigen Ressourcen aufbringen können. Und auch, indem Christen auf „prophetische“ Weise in zentralen ethischen Fragen die Stimme erheben […]“, so Prof. Jan Loffeld. „Ein Blick in die Glaskugel“ weiterlesen

Zukunftshoffnung

„He is upgefaren in de Hoge unde
hedat gefencknisse gevangen gevoret“

„Er ist aufgefahren in die Höhe und er
hat das Gefängnis gefangen geführt“

Diese geschnitzte Bildtafel aus Eichenholz ist prominenter Teil der Kanzel in unserer Kirche St. Nikolaus zu Klixbüll. Die Himmelfahrt des zuvor am Kreuz gestorbenen und auferstandenen Jesus ist hier dargestellt. Zu erkennen an den beiden Fußabdrücken auf dem Erdboden unterhalb der Wolkenschicht, die als Grenze zum Himmel dient. Oberhalb der Wolken dann die beiden Beine von dem in den Himmel auffahrenden Jesus.

Genial finde ich diese Art der Darstellung der Geschichte der Himmelfahrt.

Als die Kanzel errichtet wurde, war Niederdeutsch hier in unserer Gegend die gebräuchliche Schriftsprache. Und so wurde ganz natürlich der zur Bildtafel gehörende Bibelvers aus Epheser 4,8 in für uns heute schwer verständlichem Niederdeutsch unterhalb der Bildtafel verfasst.

„… und er hat das Gefängnis gefangen geführt.“

Was bedeutet dies nur? Der aufgefahrene Jesus befreit Gefangene aus ihrem Gefängnis, indem er das Gefängnis in Gefangenschaft führt. Der eigene Tod verliert seinen Schrecken wegen der Zuversicht auf ein ewiges Leben nach dem Tod. Da kommt noch was… eine Zukunftshoffnung über den Tod hinaus für das eigene Leben.

Wie Ewigkeit aussehen mag, kein Mensch vermag es zu sagen. Denn nie kehrte jemand zurück von dort, um zu erzählen. Allein die Tatsache, dass nie auch nur einer den Weg zurück nahm, lässt hoffen und glauben, dass sie existiert.

Nadine Petry (*1981) Autorin

 

Text Stephan Schirmer

Einstieg in ein Regionalbüro

Das Kirchenbüro der Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll ist inzwischen aus verschiedenen Gründen nur noch vier Stunden in der Woche jeweils am Donnerstagvormittag geöffnet bzw. besetzt. Das erscheint dem Kirchengemeinderat nicht besonders kundenfreundlich zu sein.

Es wird derzeit daran gearbeitet, dass das eigene Kirchenbüro ein Teil eines bereits bestehenden, größeren Kirchenbüros wird. Planungen hierzu laufen derzeit mit dem Kirchenbüro in Niebüll.

Langfristiges Ziel soll dabei sein, dass es ein gemeinsam genutztes „Regionalbüro“ in unserer Region gibt, in dem möglichst an fünf Tagen vormittags und nachmittags jemand anzutreffen ist, der sich den jeweiligen Anliegen der Besucher kompetent wie bisher annimmt und möglichst zeitnah bearbeitet.