Noch genießen wir den (hoffentlich) goldenen Oktober, aber mit den Morgennebeln kündigt sich die dunklere Jahreszeit schon an.
Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb 11,15)
…rufen die Stimmen im Himmel, als der siebte Engel in seine Posaune bläst und der Tag des Jüngsten Gerichtes und der Wiederkunft Christi anbricht, so beschreibt es jedenfalls die Offenbarung des Johannes, das letzte und zugleich rätselhafteste Buch der Bibel.

Mit dem November bricht im Kirchenjahr sozusagen die Endzeit an, bevor dann mit Advent und der Weihnachtszeit sozusagen wieder ein Neuanfang beginnt. Darum sind die letzten beiden Sonntage – Volkstrauertag und Ewigkeits- oder Totensonntag – geprägt vom Thema des Gedenkens, aber auch des Vorblicks in die uns Christen verheißene Zukunft. Rückblick und Ausblick, Trauer und Hoffnung, zwischen diesen beiden Polen bewegen sich unsere Gedanken in dieser Zeit.
Dieser Posaunenengel ist wie ein Bild dafür, daß Gott die Verstorbenen am Jüngsten Tag aus ihren Gräbern rufen wird und ihnen bei sich eine neue Heimat und ewiges Leben schenken will. Er ist damit ein Hoffnungszeichen, gerade auch an einem Ort, wo mit dem Tod doch so viel an Hoffnungen und Plänen zunichtegemacht scheinen. Gott will uns – auch und gerade in der Trauer um einen geliebten Menschen – immer wieder deutlich machen: er verlässt uns nicht, er bleibt an unserer Seite, auch dann, wenn es uns vielleicht auch schwer fällt, ihn zu sehen.
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Mt 28,20)
…– dieses Versprechen, dass Gott uns durch seinen Sohn Jesus Christus gegeben hat, es gilt, in trüben Novembertagen wie auch dann, wenn die Sonne scheint.
Möge diese Zusage uns allen immer wieder neu Mut schenken, das wünscht Ihnen
Ihr Pastor Dr. Christian Anders Winter

